Manchmal verliert man, und manchmal gewinnen die anderen

2016-10-02-14-48-44

Johanna bekommt eine Absage von den Ziegen. Foto: Tina

Gerade habe ich eine Absage bekommen, eine Absage für eine Kurzgeschichte beim OhneOhren Verlag.

Gedanken, ohne bestimmte Reihenfolge:

  • Tut es weh? Ja! Ohne es schönzureden, eine Absage ist eine Ablehnung, und Ablehnungen saugen!
  • Habe ich es erwartet? Nein, oder nicht so richtig. Ich bin chronisch schlecht darin, meine eigene Arbeit zu bewerten, weswegen ich immer Testleser frage, ob mein Kram was taugt.

  • Aaber, ich habe diese Geschichte extrem schnell runtergeschrieben. Die Idee kam mir erst ein paar Tage vor Ausschreibungsende, und ich musste mich beeilen, um die Geschichte rechtzeitig fertig zu bekommen. Und das merkt man. Bei neuem Durchlesen merke ich, dass der Erzählfaden nicht rein ist, dass nicht alle Worte gleichermaßen sitzen. Bei einem Roman kommt man mit kleineren Fehlern davon. Eine Kurzgeschichte ist da anders. Da muss alles sitzen, und das, so leid es mir tut, tat es in dem Fall nicht. Es war sicherlich die beste Geschichte, die ich unter diesen Umständen schreiben konnte. Aber es war nicht das Beste, was ich schreiben kann.
  • Wobei zu sagen ist: eine Anthologie ist keine Klassenarbeit. Du wirst nicht belohnt dafür, dass du fleißig genug warst. Eine der ersten Anthologien, für die ich mich jemals beworben habe, entwickelte sich in Richtung Horror. Und ich mit meiner lustigen Ameisengeschichte passte nicht in dieses Gesamtkonzept. Eine andere Geschichte wurde abgelehnt, weil ich Elfen drin hatte, und es schon zwei andere Geschichten mit Elfen gab. Man kann als Autor schon einiges tun, um seine Chancen zu erhöhen, aber wenn man nicht grad Neil Gaiman heißt, gibt es keine Garantie.
  • Was das Wichtigste ist: es gibt keine finsteren Verschwörungen, keine geheimen Logen, zu denen man zugelassen sein muss, um zu publizieren. Ich habe schon drei Geschichten beim Ohne Ohren Verlag untergebracht, aber das heißt nichts, rein gar nichts für die aktuelle Ausschreibung (und ich will es auch nicht anders haben)! Ich muss mich bei jeder Ausschreibung neu beweisen, und bei jeder kann es reichen, oder auch nicht.
  • Was heißt das konkret. Heute hab ich eine Absage bekommen, und das saugt. Ich werde noch nachfragen, was genau den Ausschlag gegeben hat. Und ansonsten?  Beten und ganz laut scheiße schreien. Aber Morgen ist ein neuer Tag, eine neue Ausschreibung, eine neue Geschichte.

Wie schaut es bei euch? Wie geht ihr mit Absagen um? Beim Schreiben oder sonst im Leben? Kommentare, Strategien und Namen eurer Lieblingscocktails, um den Kummer zu ertränken gerne hier drunter, oder in die üblichen Social Media Dingsda!

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7 Gedanken zu „Manchmal verliert man, und manchmal gewinnen die anderen

  1. Von den gefühlt 30 Geschichten und Gedichten, die ich seit 2007 irgendwo hingeschickt habe, wurden … hm… vier oder fünf tatsächlich veröffentlicht.
    Mittlerweile nehme ich Absagen aus diesem Grund recht sportlich und versuche, einfach weiterzumachen. Da ich Ausschreibungen meide, deren Thema SO speziell ist, dass die Geschichte sonst nirgends verwertbar wäre, kann es auch passieren, dass die gleiche Geschichte überarbeitet und in einer anderen Ausschreibung fünf Jahre später doch Erfolg hat.

    • Das klingt nach einer sehr lugen Arbeitsweise. Ich wähle mir immer nur die Geschichten, wo mich ein Plotbunny anspringt, egal, ob ich die Geschichte jemals woanders verwenden kann…

      • Und deine Arbeitsweise klingt nach Leidenschaft :D.
        Ne, wenn mir nichts einfällt, schreibe ich auch nichts. Unter Zwang kommt bei sowas immer Müll bei mir raus. Aber oft ist es so, dass ich schon EWIG eine Geschichte im Kopf habe, die aber irgendwie noch was braucht, damit ich sie schreiben kann. Einen letzten Funken. Ein Motto.
        Und dann passt es und ich schreibe.
        Aber manche Mottos wiederholen sich 🙂

  2. Absagen sind doof, aber bis auf wenige Ausnahmen nichts persönliches. Deshalb sollte man sie eben auch nicht persönlich nehmen.
    Immerhin hast du selbst beim Lesen deiner Geschichte schon Gründe für eine mögliche Absage gefunden.

    • Die Verlegerin hat auch angeboten, noch mal Feedback zu schicken, ich stochere also nicht im Trüben rum, sondern erfahre, wo es gehakt hat und an welcher Stelle ich noch mal schauen muss.

  3. Sieh es von der anderen Seite: 30 Geschichten sollen ins Buch, 300 werden eingereicht. Da ist die Chance schon mal berechenbar … Und die Anthologiemacher müssen 270 Absagen erteilen, das kann auch schon mal schwer sein. Ich spreche da aus Erfahrung.

    • Ohja, Absagen schicken ist bestimmt auch schwer. Ich bin auch nicht sauer oder so. Heute ist schon alles wieder gut. Am Tag, an dem man die Absage bekommt, haut es immer etwas rein. Aber ich denk mal, das ist auch normal.

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