Was ist Urban Fantasy – die kurze Antwort (2/2)

WordPress gehört zu den besten Werkzeugen zum Betreiben eines Blog, aber es ist was technisches, und alle Technik hasst mich.

Dieser Beitrag sollte eigentlich während meines Urlaubs veröffentlicht werden, und ich habe nicht den blasseseten Schimmer, warum das nicht passiert ist. Also, hier endlich der zweite Teil von der kurzen Antwort zu „Was ist Urban Fantasy“.

„Urban Fantasy“ sagt nur etwas über das Setting oder die Hintergrundwelt aus, nicht über den Inhalt. Prinzipiell kann jeder Inhalt, oder jedes Genre als Urban Fantasy geschrieben werden: Krimis, Liebesgeschichten, Horrorstories, Erotik, Jugendbuch, und das ist auch der Grund, warum es für Urban Fantasy so viele andere Bezeichnungen gibt. Hier eine Übersicht über die gängigsten Genres, natürlich, wir sind schließlich in einem deutschen Blog, mit eingedeutschter Bezeichnung

URBAN DETEKTIVGESCHICHTE (Urban Crime, Urban Suspense)
Spricht jemand von Urban Fantasy ohne weitere Erklärung, meint er wahrscheinlich diese Art von Geschichten. Es handelt sich um klassische Detektivgeschichten, wie man sie aus den USA des 20. Jahrhunderts kennt. Am bekanntesten im deutschsprachigen Raum sind Jim Butchers Dresden Files. Der Hauptcharakter ist meist „berufsmäßiger“ Ganovenfänger, Detektiv oder Polizist. Die Hauptgeschichte handelt von der Aufklärung eines Verbrechens, die entweder magische Elemente mit sich trägt, oder von einem magischen Wesen begangen wurde.
Der Hauptcharakter selbst kann magische Fähigkeiten haben (z.B. Harry Dresden, Kate Daniels), oft sind sie aber auch einfach „gewöhnliche“ Menschen, die in einen Fall hineingezogen werden.
So spannend die eigentlichen Fälle sind, Urban Crime werden von den starken Hauptcharakteren getragen, die meist sehr gut ausgearbeitet sind. Diese Männer und (sehr oft) Frauen werden in jeder Geschichte bis an ihre Grenzen getrieben: in einem durchschnittlichen 1. Kapitel der Dresden Files wollen drei verschiedene Parteien Harry Dresden umbringen, (außer im vorletzten Buch, da ist er schon tot). In einem October Daye wird Toby dreimal ausgeblutet und/oder ausgeweidet.
Die Charaktere reagieren darauf mit Zynismus und Humor. Sie wissen, ihnen wird nichts geschenkt, sie müssen ihren Job machen, denn es gibt niemand anderen, und wenn sie Glück haben, endet ihr Abenteuer gut (sie haben die Welt gerettet) und mit Steaksandwich bei Mac.

URBAN SCHMACHT (Paranormal Romance, Vampirroman)
Urban Crime mag das am weitesten verbreitete Genre sein, Urban Schmacht ist ohne Zweifel das Erfolgreichere! Vom Erfolg von Twilight angetrieben werden diese Romane auch von Leuten gelesen, die normalerweise nichts mit Fantasy anfangen können.
Im Zentrum der Handlung steht eine Liebesgeschichte, meist zwischen einer menschlichen Frau und einem oder mehreren übernatürlichen Wesen wie Werwolf, Vampir, Troll.. Die im Liebesroman klassischen Elemente sind alle vertreten, von der helfenden besten Freundin bis hin zur Dreiecksgeschichte mehrerer Männer, zwischen denen die Heldin sich entscheiden muss.
Anders als bei Urban Crime sind viele der Heldinnen eher unscharf charakterisiert, um den Leserinnen möglichst eine Identifikation zu vereinfachen.
Zwischen Urban Crime und Paranormal Romance gibt es einen großen Überschneidungsbereich. Die meisten Crime stories enthalten auch eine Liebesgeschichte. Jeannie Holmes fand folgenden Schnelltest für die Unterscheidung: Wenn du die Liebesgeschichte raus nimmst, und der Rest der Geschichte kann nicht für sich allein stehen, dann ist es Paranormal Romance.
Wie bei allen Genres gibt es riesige Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Büchern, von Meisterwerken bis zu echtem Dreck. Kritisiert wird in den Büchern oft, dass die Charaktere und Beziehungen schlechte Vorbilder abgeben würden, ein Einwand, der teilweise berechtigt, teilweise aber nur unglaublich herablassend wirkt – als ob Frauen nicht zwischen Fantasie und Realität unterscheiden könnten. Ein Kumpel von mir hat Bane aus Batman als Vorbild und der ist kein psychotischer Mörder und…. Aber ich schweife ab.

VAMPIRROMAN *schauder*:
Eigentlich eine Untergruppe von Urban schmacht. Mindestens einer der männlichen Bewerber ist ein Vampir.
In der Folge von Twilight entstanden hunderte dieser Romane, und obwohl einige richtig gute dabei sind, ist der überwiegende Teil Mist. Aber nicht alle. Eine meiner Lieblingsserien und Guilty pleasure ist die Undead Reihe von Mary Janice Davidson, die sämtliche Klischees des Genres nicht nur nutzt, sondern sie zelebriert. Man kann also durchaus Perlen in dem Mist finden.
Meine generelle Empfehlung zum Vampirroman: wenn nicht mindestens drei Freunde das Buch empfehlen, sich nur mit Weihwasser und Holzpflock nähern.

URBAN GRUSEL:
Eigentlich eine Untergruppe von Urban Detektivgeschichte. Fokussiert wird stärker auf das Bedrohliche und Gruselige der magischen Wesen, schreckliche und blutige Szenen werden stark ausgeführt.
Das einzige Genre, das ich selbst nicht lese – es sei denn, es ist von Neil Gaiman. Die Sachen sind so gut, dass es mir die schlaflosen Nächte wert ist.

URBAN TEENAGER (Youth Adult):
Eigentlich eine Untergruppe von Urban Grusel. Statt auf das Gruselige der magischen Wesen wird fokussiert auf den Horror, ein Teenager zu sein….
Nur Spaß!!! Steckt die Flammenwerfer wieder ein! Urban Teenager ist natürlich kein Untergenre zu Urban Grusel. Es bezieht sich auf die Zielgruppe, nämlich Jugendliche und junge Erwachsene. Die Hauptperson ist meist selbst Jugendliche, und die Handlung enthält immer Themen, die Jugendliche bewegen: Verhältnis zu den Eltern, Schule, Freunde, Jungs, aber auch das sich selbst finden und herausbekommen, wer man ist.
Für Urban Teenager werden strengere Maßstäbe an Rollenvorbilder und Botschaften gestellt, allerdings eher von den Erwachsenen. Die Jugendlichen lesen einfach, was sie kriegen können, und machen sich ihr ganz eigenes Bild.

Soweit meine kleine Aufteilung. Habe ich ein wichtiges Genre vergessen? Welche Sparte lest ihr am liebsten? Kommentiert gerne unter dem Beitrag 🙂

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